Wie kam es zu der Idee, das Programm „TüftelLab Schule“ ins Leben zu rufen?
„Wir haben in unseren Workshops über viele Jahre erlebt, wie Making das Lernerlebnis komplett verändern kann. Schüler und Schülerinnen, die lern- und schulgefrustet sind, beschäftigen sich plötzlich mit Inhalten, zu denen sie vorher keinen Zugang hatten. Ich erinnere mich immer gerne an einen Schüler mit Lernbehinderung, der einen tollen Prototypen für einen Stuhl mit dem 3D-Drucker erstellt hat. Oder auch Jugendliche, die gelangweilt und ohne Lust in einen Workshop kommen, und plötzlich total aufblühen, weil sie eine Gaming-Figur für ein Lernspiel bauen.
Gleichzeitig bekamen wir immer wieder von Lehrkräften zu hören, dass sie zwar Interesse an Maker Education haben, aber oft nicht wissen, wie und wo sie anfangen sollen. Aus dem Wunsch heraus, diese Hürden abzubauen und Schulen ganz konkret und nachhaltig zu begleiten, entstand das Programm TüftelLab Schule.”
Wie unterstützt TüftelLab Schule die Lehrkräfte und Schulen konkret?
„Am Anfang geht’s darum, erst einmal einen Einblick zu geben: Was bedeutet ‘Making’? Also ganz konkret das kreative, praktische Arbeiten mit digitalen und analogen Werkzeugen im schulischen Kontext. In Workshops, bei Hospitationen oder mit mobilen Angeboten zeigen wir Lehrkräften und Schulleitungen ganz konkret, wie das aussehen kann und welches Potenzial darin steckt.
Im nächsten Schritt setzen wir uns gemeinsam mit den Schulen hin und entwickeln ein individuelles Konzept. Wir überlegen: Welcher Makerspace passt zur Schule? Wie lässt sich das Tüfteln sinnvoll in den Stundenplan einbauen? Welche Tools machen Sinn? Und natürlich auch: Wie kann man Kollegium, Räume und Budget so gestalten, dass das Ganze langfristig funktioniert?
Und dann geht’s ans Eingemachte! Wir unterstützen dabei, einen Makerspace oder eine mobile Lösung einzurichten, bieten Fortbildungen für Lehrkräfte an, stellen Materialien und Praxismodule zur Verfügung und beobachten gemeinsam: Was verändert sich, wenn Making wirklich Teil des Schulalltags wird?
Zusätzlich gibt es unsere TüftelCommunity. Dort können sich Lehrkräfte regelmäßig untereinander austauschen. Mit unseren monatlichen digitalen Meetups und der digitalen Plattform mit Materialien und Beispielkonzepten, teilen wir regelmäßig frische Impulse und Ideen. So bleiben Schulen nicht isoliert, sondern können von- und miteinander lernen.“

In welche Unterrichtsfächer lässt sich Maker Education sinnvoll integrieren?
“Das Schöne an Maker Education ist, dass sie fächerübergreifend funktioniert. Das betrifft nicht nur die klassischen Felder der Informatik, Technik oder Naturwissenschaften, mit Projekten rund um Robotik und Programmieren. Wir beobachten auch viele tolle Projekte aus anderen Fachbereichen, wie selbstgebaute Musikinstrumente mit MakeyMakeys, interaktives Sprachenlernen in VR-Welten oder Rechenmodelle aus dem 3D-Drucker.
Das, was Making in der Schule so einzigartig macht, ist, dass Schüler und Schülerinnen aktiv mitgestalten und dabei essentielle Zukunftskompetenzen erwerben. Sie lernen, wie man mit Technologie etwas Sinnvolles erschafft und alltagsrelevant und kollaborativ wichtige Fähigkeiten für die Zukunft erwirbt. Das macht den Unterschied: Der Unterricht wird für Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen wieder lebendiger und selbstwirksamer.”
Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es TüftelLab Schule an die eigene Schule zu bringen?
“Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Mit dem Startchancen-Programm der Bundesregierung stehen in den kommenden zehn Jahren gezielt Mittel für Schulen mit besonderem Unterstützungsbedarf bereit. Bundesweit profitieren 4.000 Schulen von dieser Förderung – und im offiziellen Orientierungspapier sind unsere Angebote, wie das TüftelLab Schule, ausdrücklich als förderungsfähig genannt.”

Und was ist, wenn die eigene Schule gar nicht Teil des Startchancen-Programms ist?
“Auch dann gibt es Wege! Zum Beispiel über das wirfürSchule Förderungsprogramm, das noch bis 31. Oktober läuft. Aber auch wir unterstützen euch mit geförderten Plätzen, oder durch lokale Förderprogramme, projektbezogene Mittel und über von Partnern finanzierte Plätze. Die Anzahl dieser Plätze ist allerdings begrenzt – wer Interesse hat, sollte sich also schnell bei uns melden.”
Danke für deine Zeit, Caro 🙂
“Sehr gerne!”
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